Lot: 21
Kütahya YatakLot: 22
DazkirLot: 23
Kum Kapi Seide mit Metallbroschierung258 x 179 cm
Türkei, um 1920
Zustand: gut, vereinzelt niedriger Flor, vereinzelt kleine Reparaturen am oberen Ende, linke untere Ecke leicht beschädigt
Kette: Seide, Schuss: Seide, Flor: Seide mit Metallbroschierung
Dieser fein geknüpfte Kum-Kapi-Teppich gehört zu einer Gruppe luxuriöser Seidenteppiche, die in den armenischen Werkstätten des Istanbuler Stadtviertels Kum Kapi während der letzten Jahrzehnte des Osmanischen Reiches entstanden. Diese Arbeiten zählen technisch zu den anspruchsvollsten Knüpfteppichen ihrer Epoche. Zu den berühmtesten Meistern gehörten Hagop Kapoudjian und Zareh Penyamin.
In gedeckten Farben führt unser Stück die Tradition der sogenannten Polenteppiche fort. In der Sammlung Thyssen-Bornemisza befindet sich ein solcher Teppich aus dem zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts, der nahezu die gleiche Musterung wie unser Teppich zeigt. Siehe Friedrich Spuhler, "Carpets and Textiles. The Thyssen-Bornemisza Collection", 1998, Nr. 28.
Die um die kleine zentrale Rosette gespiegelten Medaillons sind entlang einer Achse mit wiederum gespiegelten, angeschnittenen Medaillons verbunden. Dieses ausgesprochen raffinierte Design lässt sich noch früher auf dem berühmten Clam-Gallas-Teppich aus dem späten 16. Jahrhundert nachweisen.
Die Bordüre des Thyssen-Teppichs ist zwar mit der unseres Stückes verwandt, wirkt jedoch zurückhaltender, da sie nicht zweifarbig unterteilt ist. Neben dem Design weisen auch die verwendeten Materialien und die Farbgebung dieser eleganten Stücke deutliche Parallelen auf. Die mit Metallfäden flachgewebten Partien und die kostbare Seide unterstreichen den luxuriösen Charakter und die außergewöhnliche Eleganz dieser feinen Arbeiten.
Schätzpreis: € 30000 - 40000
Lot: 24
Osmanischer TürbehangLot: 25
Osmanische StickarbeitLot: 26
Kaitag TextilLot: 27
Griechisches StickarbeitfragmentLot: 28
Marokkanischer Wandbehang (Haiti)112 x 57 cm
Marokko, Mitte 19. Jhdt.
Zustand: sehr gut, leichte Abriebe, leichte Gebrauchsspuren
Metallfäden auf Seidensamt, in goldfarbenem Holzrahmen
Haiti sind marokkanische Wandbehänge, die zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder beim Empfang von Würdenträgern verwendet wurden. Häufig bestehen sie aus roten und grünen Stoffen, die in Applikationstechnik verarbeitet sind; siehe beispielsweise Christie's, 14. Juni 2017, Los 343. Mehrere Nischen wurden dabei zu einem langen Wandbehang zusammengenäht. Besonders kostbare Exemplare wurden auf Samt mit Gold- und Silberfäden bestickt und konnten sich nur die wohlhabendsten Familien leisten. Bei Hochzeiten saß die Braut auf einer Art Thron, während hinter ihr, gegenüber dem Eingang, ein solcher schwerer und prächtiger Behang angebracht war. Ein außergewöhnliches Beispiel eines solchen Festbehangs befindet sich im Indianapolis Museum of Art und ist prominent auf dem Umschlag von "Fabrics in Celebration from the Collection", 1983, abgebildet; siehe auch HALI 66, S. 90. Eine Abbildung findet sich darüber hinaus auch auf Wikimedia Commons. In der Mitte dieses Behanges befinden sich zwei Nischen, bei denen im unteren Bereich größere Partien des seidenen Samtgrundes sichtbar bleiben. Die rechte dieser beiden Nischen ist mit unserem Exemplar eng verwandt. Insbesondere die dezent in die Komposition eingeschriebene Form eines Davidsterns verbindet die beiden Stickereien.
In der Regel wurden Leder- oder auch Kartonstücke in der gewünschten Musterform auf den Samt aufgebracht und anschließend vollständig mit Metallfäden überstickt. Im 19. Jahrhundert wurde diese Arbeit von der Gilde der Ledersticker überwacht. Besonders schön lässt sich rund um das goldene Spitzoval beobachten, mit welcher Raffinesse die Sticker die Linien abwechselnd über und unter den Blättern verlaufen ließen. Dadurch entsteht ein überraschend plastischer, beinahe dreidimensionaler Eindruck. Diese seltene und kostbare Stickerei vereint damit genau jene Eigenschaften, die man sich von einem solchen Stück wünscht. Ein vollständiger Festbehang von mehr als vier Metern Länge, wie das Exemplar in Indianapolis, lässt sich in einem heutigen Interieur nur schwer präsentieren. Unser Stück hingegen bewahrt die ganze Pracht und handwerkliche Raffinesse dieser monumentalen Behänge in einem wesentlich leichter zu präsentierenden Format.
Schätzpreis: € 6000 - 8000
Lot: 29
Große frühe südamerikanische TunikaLot: 30
Doppelseitige Portugiesische StickarbeitLot: 31
Sarmakand Nim SusaniLot: 32
Tekke Vogel-AsmalykLot: 33
Außergewöhnlicher südkaukasischer TeppichLot: 34
Kleiner Kazak GebetsteppichLot: 35
Früher Karachoph KazakLot: 36
PerepedilLot: 37
Früher BakuLot: 38
Feiner Karagaschli SchirwanLot: 39
Früher Südkaukasischer TeppichLot: 40
Doppelseitiger Gaschgai Gabbeh