Lot: 1
Feines Adler Gruppe II ? Okbash FragmentLot: 2
Kleiner weißgrundiger ErsariLot: 3
Saryk EnsiLot: 4
Tibet Sitzteppich mit TigermusterLot: 5
Ungewöhnlicher Tibet TigerteppichLot: 6
Tibet DrachenteppichLot: 7
Ein Paar Tibet TigerteppicheLot: 8
Chinesischer TierkreisteppichLot: 9
Yarkand Saph SeideLot: 10
Frühes kaukasisches TeppichfragmentLot: 11
Karapinar Fragment310 x 121 cm
Türkei, 18. Jhdt.
Zustand: Fragment, auf Stoff aufgenäht
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Wow, so eine Farbigkeit - das muss man sich erst einmal trauen! Doch die Farben harmonieren aufs Perfekteste. Zu den drei satten Hauptfarben kommen auch noch Aubergine und sechs kleine Tüpfelchen Pink hinzu. Das tiefe Grün ist zum Niederknien. Anatolische Färbekunst auf höchstem Niveau.
Das Muster ist von anderen Karapinar-Teppichen bekannt, doch auch hier hat sich die Knüpferin einige Freiheiten genommen. Zeichnerisch am nächsten kommt wohl ein Stück aus der Ayan-Gülgönen-Sammlung, publiziert in 17.-19. "Yüzyil Konya Kapadokya Halilari", Istanbul 1997, S. 81. Es besitzt nur zwei Medaillons und trägt dieselbe Bordüre. Formal ist es unserem Teppich recht ähnlich, in seiner Farbgestaltung jedoch völlig anders.
Ein vergleichbares, wenngleich farblich weniger verwegenes Exemplar wurde auf der ACOR in Boston 2006 von Thomas Murray ausgestellt; siehe HALI 146, S. 118.
Die Evolution des Musters lässt sich sehr schön an einem Teppich des 17. Jahrhunderts im Vakiflar Museum nachvollziehen; siehe Ertug, "Turkish Carpets", 1996, Tafel 100; ebenfalls publiziert bei Balpinar/Hirsch, "Teppiche", 1988, Tafel 29, sowie in "Turkish Handwoven Carpets", 5/0554. Dort liegt das vierpassige Medaillon ebenfalls auf blauem Grund, und auch die charakteristischen Anhängsel sind bereits vorhanden. Der Teppich besitzt zwar nur ein zentrales Medaillon, doch in den Ecklösungen lässt sich die Inspiration für die grünen Seitenmotive unseres Stückes erkennen. Allerdings erscheinen die grünen Haken dort in invertierter Form.
Eine wohlgeordnete Variante des Musters findet sich bei Kirchheim, "Orient Stars", 1993, S. 254.
Und vergleichen Sie auch den anderen Karapinar in unserer Auktion.
Schätzpreis: € 7000 - 10000
Lot: 12
KarapinarLot: 13
Ungewöhnlicher früher BergamaLot: 14
Sarkisla261 x 121 cm
Türkei, Mitte 19. Jhdt.
Zustand: gut, vereinzelt niedriger Flor, Seiten und Enden unvollständig, mehrere alte Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Der wohl am frühesten publizierte Teppich, der mit unserem Stück verwandt ist, wurde von Grote-Hasenbalg 1922 in Band 2, Tafel 23, veröffentlicht. Dieser unterscheidet sich jedoch insofern von unserem Exemplar, als sein Feld nicht in einzelne Kassetten unterteilt ist.
In "Teppiche der Bauern und Nomaden in Anatolien" von Brüggemann/Böhmer, 1980, ist auf Tafel 90 ein Stück mit einer vergleichbaren Feldeinteilung abgebildet. Es unterscheidet sich jedoch dadurch, dass die einzelnen Felder unterschiedliche Grundfarben aufweisen, während unser Teppich einen durchgehend beigen Grund besitzt. Zu einem durchgemusterten Exemplar auf Tafel 89 schreibt Brüggemann, dass diese Farbe bei Teppichen dieser Gruppe äußerst selten vorkommt. Auf Tafel 91 zeigt er eine andere Version des Musters in versetzter Anordnung, von der mehrere Exemplare bekannt sind.
Unsere Version, mit oder ohne Kassettenteilung, zeigt darüber hinaus Verbindungen zu Kelims aus Ostanatolien und Südpersien. Die Bordüre unseres Teppichs greift auf geschickte Weise das Hakenmedaillon des Feldes in halbierter Form auf und erzielt dadurch einen völlig anderen ornamentalen Effekt.
Überraschenderweise finden sich gleich zwei der recht seltenen Stücke mit Kassettenteilung in dem kleinen Katalog der Rachel B. Stevens Memorial Collection, "Turkish Rugs", Textile Museum, Washington 1972, Tafeln 5 und 6. Die Nr. 6 verwendet zudem dieselbe Bordüre, unterscheidet sich jedoch wiederum dadurch, dass die einzelnen Felder verschiedenfarbig koloriert sind.
Die wunderbare Farbigkeit, die für ostanatolische Teppiche so charakteristisch ist, hebt diese Gruppe deutlich von den Erzeugnissen anderer Knüpfgebiete ab. Ein interessanter Beitrag von Brian Morehouse über Sarkisla und die dort vorkommenden Muster findet sich in HALI 223, S. 108 ff.
Schätzpreis: € 6000 - 9000
Lot: 15
Siebenbürgen GebetsteppichLot: 16
Früher Ghiordes GebetsteppichLot: 17
Ostanatolischer KurdeLot: 18
Stern UshakLot: 19
Ostanatolischer Kurde (Marash)Lot: 20
Dazkir