232 x 136 cm
Türkei, Mitte 19. Jhdt.
Zustand: sehr gut, vereinzelt niedriger Flor, minimale kleine Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Teppiche mit einem zentralen Vierpassmedaillon aus Zentralanatolien, wie unser Exemplar, kommen sowohl mit einem einzelnen Zentralmotiv als auch im Läuferformat vor. Für Letztere siehe Brüggemann/Böhmer, "Teppiche der Bauern und Nomaden in Anatolien", Nr. 20. Dieses Stück wie auch ein Teppich bei Eberhart Herrmann, "Seltene Orientteppiche VIII", Nr. 12, zeigt mehr Rot und ein dunkleres Blau; siehe auch Christie's, 17. Mai 2005, Los 50, sowie einen Teppich aus der Sammlung Bogner, Rippon Boswell, 4. Dezember 2010, Los 23. Stücke in dieser Farbstellung besitzen durchgehend weiße Bordüren mit derselben Musterung wie bei unserem Exemplar.
Eine attraktive Untergruppe, zu der der vorliegende Teppich gehört, zeigt wärmere Farben mit einem Braunrot, das mit dem Aprikot der Bordüre schön harmoniert, sowie einem Lichtblau in den Zwickeln. Die von osmanischen Seidensamt-Yastiks übernommenen Zipfel sind hier besonders detailreich gestaltet.
Das Vierpassmedaillon lässt sich auf türkische Teppiche des 17. Jahrhunderts zurückführen. Eine schöne Zusammenstellung seiner verschiedenen Formen findet sich bei Michael Franses, "Orient Stars II", HALI Publications, 2021. Siehe hierzu auch den Dazkiri in unserer Auktion. In Michael Franses' Buch sind unter Fig. 147 und 148 zwei Stücke abgebildet, die eine Erklärung für die Gestaltung der Zwickel unseres Exemplars liefern; Fig. 150 zeigt das Medaillon auf einem weiteren Teppich mit Anhängern.
Unser Teppich gehört zu den attraktivsten Exemplaren dieser Gruppe und ist zudem in sehr gutem Zustand erhalten.
Schätzpreis: € 10000 - 15000