294 x 107 cm
Kaukasus, zweite Hälfte 19. Jhdt.
Zustand: sehr gut, großteils guter Flor, minimale kleine Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Baumwolle, Flor: Wolle
Diese auch Stangenrauten-Schirwan genannten Teppiche tragen in aller Regel fünf der namensgebenden Rauten. Hier sind sie im Zentrum alternierend gelb und blau und zeigen einen endlosen Knoten neben feingliedrigen Motiven, die wie Ähren anmuten. Nach außen sind sie durch eine weiße gezackte Linie miteinander verbunden, und an beiden Enden findet die Stange ihren Abschluss in einer feuerroten Palmette. Bei manchen dieser Stücke erscheint diese recht flachgedrückt, weshalb es besonders schön zu sehen ist, dass sie sich hier voll entfalten kann.
Die großzügige S-Bordüre ist von Drachenteppichen des 17. und 18. Jahrhunderts entlehnt und recht selten. In sie sind Oktogone und unzählige kleine liegende S-Formen als Füllmotive eingefügt. In Eder, "Kaukasische Teppiche", sind sechs Stangenrauten-Schirwan unterschiedlicher Qualität abgebildet, Nr. 256-261. Der erste besitzt ebenfalls eine solche große S-Bordüre auf gelbem Grund. Ein weiteres Beispiel ist in Schürmanns Teppichbibel, "Teppiche aus dem Kaukasus", Nr. 66, abgebildet. Das Gesamtdesign ist auch bei einigen Kelims aus dem Kaukasus belegt.
Im tiefblauen Feld befindet sich eine große Anzahl verschiedenster Füllmotive. Endlose Knoten stehen neben Rhomben, S-Formen, abstrahierten Knoten, weißen Oktogonen und amulettartig gereihten Dreiecken. Sechs weiße und dunkelblaue Pfauen springen besonders ins Auge. Ganz außergewöhnlich und selten ist allerdings die Darstellung von Kamelen. Diese werden jeweils von kleinen Vierbeinern begleitet.
Schätzpreis: € 10000 - 15000