137 x 86 cm
Turkmenistan, um 1800
Zustand: sehr gut, guter Flor, vereinzelt kleine Reparaturen, minimale kleine Mottenschäden
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Publiziert:
- "Asiatische Teppich- und Textilkunst 2", Eberhart Herrmann, 1990, Tafel 57
- Sotheby's New York, 20. Jänner 1990, Lot 65
- HALI 50, 1990, S. 169
- HALI 51, 1990, S. 99
- Grogan & Company Boston, "The Kaffel Collection", 21. Jänner 2024, Lot 168
Asmalyks wurden paarweise für die Flanken des Brautkamels angefertigt und besitzen die für sie charakteristische fünfeckige Form. Die kleine Gruppe von nur etwa zwanzig weltweit bekannten Exemplaren mit Vogeldarstellungen gehört zu den gesuchtesten turkmenischen Knüpfarbeiten überhaupt und erzielt dementsprechend hohe Preise.
Unser Exemplar wurde am 20. Januar 1990 bei Sotheby's New York als Lot 65 für $115.500 verkauft; siehe HALI 50, S. 169, wo es allerdings spiegelverkehrt abgebildet ist. HALI berichtete damals von "rampant excitement in the Turkophile ranks", wobei besonders hervorgehoben wurde, dass die Vögel in unterschiedliche Richtungen orientiert sind. Visuell ist dies sicherlich die befriedigendste Lösung. Unser Asmalyk war damals das vierzehnte bekannt gewordene Exemplar dieser Gruppe, deren Stücke sich heute auf Museen und Privatsammlungen verteilen.
Die ersten bekannt gewordenen Asmalyks dieser Art wurden von dem russischen Ethnographen Samuil Dudin während zweier Expeditionen in den Jahren 1900 und 1901 erworben und befinden sich heute im Ethnografischen Museum in St. Petersburg. Eine erste ausführliche Abhandlung über die damals zwölf bekannten Vogel-Asmalyks findet sich in Franses/Pinner, "Turkoman Studies I", 1980, S. 114-121.
Die Vögelchen sitzen auf mehr oder weniger deutlich gezeichneten Blüten. Daneben gibt es eine Untergruppe, zu der auch die Dudin-Stücke gehören, bei der sie auf Rauten stehen. Über den weißen und blau- beziehungsweise steingrünen Formen liegt ein orangerotes Rautengitter, das die Vögel zusammen mit den "falschen" Blättern einschließt. Bei anderen Exemplaren verbinden sich diese Linien nicht zu einem geschlossenen Gitter, wodurch die Blume mit dem darauf sitzenden Vogel wesentlich deutlicher erkennbar wird.
Eine seltene Gelegenheit, eine dieser außergewöhnlich seltenen und kostbaren turkmenischen Knüpfarbeiten zu erwerben.
Schätzpreis: € 50000 - 70000