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Osmanische Stickarbeit

Neu

193 x 130 cm
Türkei, 17. Jhdt.
Zustand: dem Alter entsprechend sehr gut, Braun teilweise korrodiert, vereinzelt kleine Reparaturen, Gebrauchsspuren
Seide auf Baumwolle

In der Türkei waren Stickereien in die Abläufe des täglichen Lebens eingebunden wie in kaum einem anderen Land. Es gab gestickte Portemonnaies, Handtücher, Badetücher, Bettlaken für Beschneidungszeremonien, Gürtel, Kissen, Tischdecken, Geschenktücher, Turbanbedeckungen und sogar Barbierumhänge - alles in feinster Weise mit Seide oder Metallfäden bestickt.

Große weißgrundige Stickereien, die als Bettüberwürfe oder Wandbehänge verwendet wurden, sind seit jeher im Kunsthandel besonders gefragt. Ein Aquarell in der Österreichischen Nationalbibliothek, Codex Vindobonensis, Nr. 8626, fol. 116r, aus der Zeit um 1590 veranschaulicht ihre Verwendung sehr schön; siehe Sumru Belger Krody, "Flowers of Silk & Gold", S. 75.

Einige dieser Stickereien zeigen nach oben strebende, mit Blüten besetzte Ranken. Bei unserem Stück sind es wunderbar hin und her schwingende Tulpen, in deren Blüten jeweils noch ein kleiner Blütenzweig hineingelegt wurde. Eine botanisch naturgetreue Wiedergabe war dabei offensichtlich nicht angestrebt. Vielmehr ging es um die Steigerung des sinnlichen Eindrucks und um die Evokation eines üppigen Paradiesgartens.

Die großen Tulpen werden von kleineren gelben und blauen Tulpen mit grünen Stängeln begleitet. Recht ähnliche Darstellungen finden sich auf zwei osmanischen Stickereien im Victoria and Albert Museum in London, Inv.-Nr. T.44-1940 und Inv.-Nr. 121-1899. Beide Stücke sind auch bei Marianne Ellis und Jennifer Wearden, "Ottoman Embroideries", V&A Publications, 2001, S. 38-39, abgebildet.

Schätzpreis: € 40000 - 60000


Startpreis / Startingbid

24 000 €

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