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Osmanischer Türbehang

Neu

300 x 190 cm
Türkei, 19. Jhdt.
Zustand: gut, vereinzelt kleine Abriebe und Löcher, minimale kleine Reparaturen, Gebrauchsspuren, mit Stoff unterlegt
Seide und Metallfäden auf Seide

Gold- und Silberfadenstickereien waren über Jahrhunderte eine hoch spezialisierte Handwerkskunst im Osmanischen Reich. Von Tüchern und Decken über Kleidung bis hin zu den berühmten Behängen der Kaaba in Mekka reicht die Verwendung dieser luxuriösen Textilien. Große Portieren für die Portale von Moscheen wurden in Gold und Seide gefertigt.

Unser prächtiges Exemplar zeigt Schriftbänder als umlaufende Bordüren sowie Kartuschen und Medaillons. Besonders schön sind die Nischen, die an den beiden Längsseiten zu sehen sind. Sie gewähren gleichsam Einblick in eine Moschee, wie wir es auch von Teppichen kennen. Ein elegant gezeichneter Giebel wird von zwei Säulen getragen. In der Nische dominiert eine mächtige Ampel über einer fein gezeichneten Vase, aus der sich Blumen erheben.

Die architektonische Gestaltung mit einer Nische innerhalb der Nische zeigt den Einfluss europäischer Kunst, der seit dem 18. Jahrhundert im Osmanischen Reich zunehmend zu beobachten ist. Die feingliedrigen Tulpen unter der weißen Kartusche hingegen zeugen von der besonderen Vorliebe der Osmanen für dieses Motiv.

Moscheebehänge zeigen im unteren Bereich in aller Regel ornamental gestaltete Quadrate. Auf unserem Stück ist dort ein komplexes Sternengitter zu sehen.
Im generellen Aufbau, in der Farbigkeit und in der Gestaltung der Schrift ähnelt unserem Stück eine Türumrahmung, allerdings ohne Moscheedarstellung, die bei Christie's für £11.750 versteigert wurde. Diese war an den unteren Enden wohl etwas verkürzt (Christie's, 15. Oktober 2003, Los 161).

Schätzpreis: € 8000 - 12000


Startpreis / Startingbid

5 000 €

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