150 x 91 cm
Kaukasus, datiert 1277 (1860)
Zustand: dem Alter entsprechend sehr gut, vereinzelt niedriger Flor, minimale kleine Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Es gibt eine sehr kleine Gruppe eng verwandter Teppiche, die zum Teil Seide im Grund aufweisen und sehr früh datiert sind. Ein Stück, abgebildet in Ralph Kaffel, "Caucasian Prayer Rugs", Nr. 31, ist beispielsweise mit 1807 datiert. Diese Teppiche können als Vorläufer einer weiteren kleinen Gruppe angesehen werden, die in die Mitte des 19. Jahrhunderts zu datieren ist. Sie weisen einen roten Grund mit einem fast immer weißen Feld und einem schwebenden Mihrab auf. Ein Exemplar aus dem Shirvan-Gebiet ist ebenfalls bei Kaffel als Nr. 70 abgebildet.
Auf fast allen Teppichen beider Gruppen finden sich in der Mitte vier miteinander verbundene Rauten, manchmal mit dazwischenliegenden Blättern. Nur bei unserem Stück befindet sich im Zentrum ein anderes Motiv. Woher die beiden Quadrate in den oberen Ecken des weißen Feldes stammen, lässt sich sehr schön an einem breitschultrigen Exemplar erkennen, das bei Christie's am 5. April 2011 als Los 11 versteigert wurde. Ein weiteres Stück mit vergleichbarer Nischenzeichnung findet sich bei Christie's, 17. Mai 2005, Los 50. Ein weiterer Gebetsteppich, ebenfalls mit den charakteristischen Rauten, wurde 1979 bei Lefevre als Los 43 versteigert. Ein Teppich mit Rauten im Feld, jedoch mit seltenem blauem Grund, findet sich bei Rippon Boswell, Auktion A98, Los 72.
Bei unserem Stück scheint die Knüpferin ein weißes Medaillon anzudeuten, das besonders im unteren Bereich deutlich hervortritt. Auch nach oben hin bricht sie die quadratische Grundform auf. Für das Zentrum wählt sie ein Motiv, das den Ornamenten einiger Shahsavan-Taschen nicht unähnlich ist. Bemerkenswert ist darüber hinaus die hervorragende Farbigkeit des Teppichs, zu deren Palette auch ein tiefes Aubergine gehört.
Schätzpreis: € 10000 - 15000