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Außergewöhnlicher südkaukasischer Teppich

Neu

198 x 120 cm
Kaukasus, Anfang 19. Jhdt.
Zustand: dem Alter entsprechend gut, großteils guter Flor, beide Enden unvollständig, vereinzelt kleine Reparaturen, Seitenränder neu umwickelt
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

Dieser ungeheuer spannende und zugleich von wunderbarer Farbenfreude geprägte Tierteppich gehört zu einer kleinen Gruppe, die Michael Franses und Ian Bennett "Animal Tree Carpets" tauften. Siehe "Orient Stars", 1993, Seiten 115-119, und HALI 73, Seiten 90-99. Die Gruppe umfasste damals 19 Exemplare. Sie wurden in einem weiten Gebiet von Ostanatolien bis Aserbaidschan hergestellt, das wir heute als "Golden Triangle" bezeichnen. Einige sind strukturell miteinander verwandt, andere hingegen weisen deutlich unterschiedliche Knüpfbilder auf; alle sind jedoch symmetrisch geknüpft.
Was sie verbindet, ist eine gemeinsame Formensprache, die safawidische Vorbilder in einer ganz eigenen künstlerischen Ausdrucksweise interpretiert.
In unserem Teppich dominiert ein Baum oder Strauch, begleitet von kleineren grünen Bäumen oben und unten. Daneben und dazwischen erscheinen Tierkampfpaare. Unten sehen wir jeweils eine gelbe Raubkatze, die einen roten Vierbeiner angreift. Darüber folgt ein Untier, das eine braune Antilope verfolgt, gefolgt von einem weißen, vielleicht als Leopard zu deutenden Tier auf einem weiteren Vierfüßler.
Danach sehen wir wohl Löwen, die Antilopen verfolgen, und schließlich nur noch fliehende Vierbeiner. Auf diesen sitzen allerdings C-förmige Motive, wie wir sie von Drachenteppichen kennen.
Um einigermaßen sicher zu sein, dass diese Beobachtungen zutreffen, sollte man einige safawidische Teppiche zum Vergleich heranziehen. Dazu gehören zwei kleine Kaschan-Seidenteppiche, einer im Metropolitan Museum of Art in New York
(Inv. 14.40.721) und ein weiterer im Musée des Arts Décoratifs, sowie der Rockefeller-Teppich bei Pope/Ackerman, Nr. 1182.
Der ebenfalls zu dieser Gruppe gehörende Teppich, der bei Schürmann, "Kaukasische Teppiche", als Nr. 2 abgebildet ist, bezieht seine Inspiration offenbar von einem Stück im Metropolitan Museum of Art (Inv. 14.40.710). Für uns besonders wichtig ist jedoch, dass die etwas schwer lesbare Bordüre unseres Teppichs im Schürmann-Stück ihre Erklärung findet.

Schätzpreis: € 14000 - 18000


Startpreis / Startingbid

8 000 €

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