Lot: 1
Drei Fragmente eines Salor oder Saryk...Lot: 2
Adler Gruppe I TorbaLot: 3
Früher Tekke HauptteppichLot: 4
Tibet TigerteppichLot: 5
Großer TibetLot: 6
Doppelseitig geknüpfter GabbehLot: 7
Akstafa Sumakh PferdedeckeLot: 8
Bidjar VagirehLot: 9
Früher Sivas KelimLot: 10
Früher Zentralanatolischer YastikLot: 11
Früher Melas GebetsteppichLot: 12
Früher Ghiordes GebetsteppichLot: 13
Kütahya Yatak203 x 196 cm
Türkei, Mitte 19. Jhdt.
Zustand: sehr gut, guter Flor, vereinzelt professionelle Restaurierungen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Schwere, hochflorige, mehr oder weniger quadratische Teppiche aus Anatolien werden Yatak, also Schlafteppich, genannt. In kalten Nächten schläft man darauf bequem und gut isoliert durch den hohen Flor. Die Mehrzahl der meist rotgrundigen Stücke zeigt große Memling-Güls, die von kleinen Sternoktogonen umgeben sind.
Auf unserem schön abraschierten Feld sind nur die Sternoktogone gezeigt, die fast rund gezeichnet sind. Ihre Vielfarbigkeit verschleiert zunächst, dass sie in ihrer Grundfarbe diagonal angeordnet sind. Dadurch entsteht ein sehr reizvolles, geordnetes Durcheinander.
Es gibt nur wenige vergleichbare Stücke mit demselben Feld. Eines ist in Hali 50, Seite 165, aus dem Jahr 1990 abgebildet, wo ein "hefty price" von 11.000 USD beklagt wurde; kurz darauf erschien ein weiteres in Hali 52, Seite 177. Ein farblich müdes Stück in schlechtem Zustand ist außerdem in "Turkish Handwoven Carpet", Volume 3, Nummer 0291, zu finden.
Keines dieser Stücke trägt jedoch die außergewöhnliche Bordüre mit verschachtelten Rauten. Man ist versucht, sie als einzigartig zu bezeichnen, aber es gibt nun einmal keine Unikate bei Teppichen, die in einer Tradition stehen. Ein fragmentarisches Stück wurde von Rippon Boswell in Auktion 93 als Nummer 59 für 6.150 € verkauft. Dieses Fragment aus der Sammlung Poppmeier gleicht dem unseren so genau, dass man denselben Knüpferhaushalt vermuten muss.
In unserem wohlerhaltenen Schlafteppich scheinen die Sterne über dem Fond zu schweben, während die Bordüre an den Seiten optische Belebung hineinbringt. Es ist reizvoll zu sehen, wie in den Nebenbordüren die doch relativ einfache Zeichnung in eine Bildstörung übergeht, als ob die Weberin dort die Kontrolle oder die Lust verloren hätte.
Schätzpreis: € 20000 - 30000
Lot: 14
Ladik GebetsteppichLot: 15
Großer Dazkiri388 x 175 cm
Türkei, zweite Hälfte 19. Jhdt.
Zustand: gut, großteils guter Flor, beide Enden geringfügig restauriert, Dunkelbraun teilweise korrodiert, vereinzelt kleine Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Dazkiri, eine kleine Stadt im Menderes-Tal im Südwesten Anatoliens, ist namengebend für eine Reihe von Teppichen, die zum Teil Muster aus Uschak- und transsilvanischen Teppichen übernommen haben. In der Vergangenheit wurden manche von ihnen entweder Bergama oder Konya zugeschlagen, zur Not auch beiden.
Brian Morehouse hielt bei der IX. ICOC in Mailand einen Vortrag, der die Basis für einen Artikel in Hali 121 bildete. Auf den Seiten 100 - 107 entwirft er ein Bild der Mustergenese der "Menderes Village Carpets". Das in schönem Gelb gezeichnete Medaillon führt er auf Uschak-Teppiche zurück und zeigt dazu einen kleinen Medaillon-Teppich aus dem späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert, Seite 103, auch in McMullan, Nummer 84. Dieser zeigt auch die Vierpassigkeit unseres Medaillons, die vier Blüten im Inneren sowie die Ausleger rechts und links außen.
Die Dreiecksanhänger daran bringt Morehouse mit einem Gebetsteppich im Topkapi-Palast aus dem 15. oder frühen 16. Jahrhundert in Verbindung, Seite 101 sowie Rogers, "Topkapi Carpets", Tafel 40. Die Kartuschenbordüre und die Ecklösungen vergleicht er mit den westanatolischen Teppichen, die in Siebenbürgen aufbewahrt werden. In den grünen und blauen Ecken des vorliegenden Exemplars geben die Rosetten und die schräg gestellten Blattformen davon Zeugnis.
In unserem eleganten und in wunderbar kräftigen Farben geknüpften Teppich gesellen sich noch etliche Wasserkannen hinzu.
Schätzpreis: € 12000 - 16000
Lot: 16
Fragment eines frühantiken WandbehangesLot: 17
Çatma Textil170 x 149 cm
Türkei, 17. oder 18. Jhdt.
Zustand: dem Alter entsprechend gut, einige Abriebe, Seide teilweise korrodiert, deutliche Gebrauchsspuren, mit Stoff unterlegt
Seide und Metallfäden auf Baumwolle
Türkische Samte, Çatma genannt, haben sich hauptsächlich als Kissen erhalten, wohingegen größere Exemplare, die als Wandbehänge dienten, deutlich seltener sind. In diesem Stück besticht insbesondere die komplexe Zeichnung, die an safawidische Spiralrankenteppiche erinnert. Auch Kartuschen mit Inschriften kommen in dieser Zeit auf Teppichen und Seidengeweben vor, insbesondere bei Teppichen der "Salting"-Gruppe aus dem 16. Jahrhundert, wie etwa bei dem Exemplar im Musée des Arts Décoratifs in Paris (HALI 126, Seite 103).
In der Bordüre sind in unserem Samt arabische Sprichwörter und Sinnsprüche zu lesen. Das spitzovale Medaillon trägt eine komplexe Zeichnung, die an bestimmte islamische Keramik erinnert. Um breitere Samte als Kissenformate herzustellen, wurden die beiden Hälften nacheinander mit derselben Einstellung des Zugwebstuhls gewebt und danach zusammengefügt. Dadurch ist die Innenzeichnung des Medaillons drehsymmetrisch.
Ein Samtwebstuhl ist ungleich komplexer als ein normaler Webstuhl, und um einen zweifarbigen Samt herzustellen, braucht man zwei florbildende Ketten sowie eine weitere für das Grundgewebe. Es wundert also nicht, dass man diesen eleganten, kostbaren Stoff noch einmal gewebt hat. Ein ähnliches Stück wurde am 26. Oktober 2017 bei Christie's als Los 254 für 32.500 Pfund versteigert. Dieses war allerdings in einem besseren Zustand, wurde dort jedoch ins 19. Jahrhundert datiert.
Schätzpreis: € 12000 - 16000
Lot: 18
Kaitag TextilLot: 19
Stern KazakLot: 20
Alpan Kuba