333 x 113 cm
Kaukasus, um 1870
Zustand: sehr gut, guter Flor, Braun korrodiert, minimale kleine Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Dieser wunderbare, seltene Kuba besticht durch seine exzellente Ausführung in wunderbar klaren Farben. Im Feld befinden sich an beiden Enden Vasen, aus denen, einem Füllhorn gleich, vielfältigste Blüten entspringen. In der Mitte steht eine Doppelvase, und wenn man an ihrer Stelle einen Spiegel aufstellen würde, sähe man den ganzen Teppich vor sich - so klar ist seine Symmetrie eingehalten.
Neben der großen Exaktheit des Teppichs hat die Knüpferin kleine Unregelmäßigkeiten eingefügt, die das wandernde Auge erfreuen. Oberhalb der zentralen Vase sind zum Beispiel zwei Details in den roten Rosen zu sehen, die sonst nicht vorkommen. Im Feld erscheinen hin und wieder kleine Symbole sowie Dreiecksformen an den Seiten des Feldes. Unten, am Anfang des Teppichs, wollte sie eine Blumenreihe die Bordüre begleiten lassen, sah aber schnell ein, dass diese das Hauptmuster zu sehr bedrängen würde.
Die Hauptbordüre ist den ebenfalls aus dem Kuba-Distrikt stammenden Tschitschi-Teppichen entnommen. Ein Teppich, der von Rippon Boswell in der Auktion 80 als Los 216 angeboten wurde, zeigt diese Bordüre als Zitat am oberen Rand des Feldes. Dieses Stück auf braunem Grund ähnelt, insbesondere durch die gleiche Anwendung kräftiger diagonaler Linien, dem unseren, verzichtet aber auf die Spiegelsymmetrie. Auch die Herzblatt-Ranke in der Nebenbordüre findet sich dort.
Der vorliegende Teppich in vortrefflicher Erhaltung und satten Farben stellt ein Paradebeispiel kaukasischer Knüpfkunst dar.
Schätzpreis: € 6000 - 8000