460 x 152 cm
Tibet, Anfang 20. Jhdt.
Zustand: gut, vereinzelt niedriger Flor, beide oberen Ecken geringfügig restauriert, vereinzelt kleine Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Großformatige tibetische Teppiche sind extrem selten, können aber Größen von über fünf Metern erreichen.
Diese wurden in aller Regel nicht für Klöster, sondern für Fürstenhäuser gefertigt. Kleinere Teppiche mit chinesisch beeinflussten Brokatmustern kommen vor, sind aber ebenfalls selten.
In Thomas Wilds Buch Drumze: Metamorphoses of the Tibetan Carpet ist auf Tafel 26 ein solcher Teppich abgebildet, dessen Grundfarbe der unseres Stückes ähnelt. Die dortige Version zeigt das Brokatmedaillon ebenfalls als unendlichen Rapport, mit angeschnittenen Medaillons an den Seiten und an beiden Enden, allerdings ohne Bordüre.
Bei den Stücken mit Bordüre ist die T-Mäander-Bordüre der Standard. In Hallvard Kåre Kuløys "Tibetan Rugs" ist ein solches Stück mit ähnlicher Grundfarbe gezeigt. Dieses weist ebenfalls ein länglicheres Format auf als das unsere; leider sind die Maße nicht angegeben.
Auch in Franz Bausbacks kleinem Ausstellungskatalog der Sammlung Grelle, Lamaistische Meditationsteppiche aus Tibet, ist ein brokatgemusterter Teppich mit Mäanderbordüre in gleicher Grundfarbe abgebildet. Bemerkenswert im Vergleich zu den genannten Beispielen ist neben der Größe unseres Stückes die ungemein filigrane Zeichnung der Medaillons.
Die kleinen Muster im Feld werden oft Froschfuß-Muster genannt, dürften aber wohl eher auf das buddhistische Flammensymbol zurückzuführen sein.
Schätzpreis: € 6000 - 9000