158 x 111 cm
Türkei, erste Hälfte 19. Jhdt.
Zustand: dem Alter entsprechend sehr gut, Flor niedrig aber nicht abgetreten, Dunkelbraun korrodiert, minimale kleine Reparaturen
Publiziert: "Anatolische Knüpfteppiche aus vier Jahrhunderten", Franz Bausback, 1978, S. 103 und "Sammlung Weise - Botschafter aus dem Orient", Roland Weise, 2019, Seite 11
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Ein absolut mustergültiges Exemplar dieser beliebten Gruppe von Gebetsteppichen. Das vielfach publizierte Stück zeigt Tulpen und Nelken auf der wunderbaren gelbgrundigen Bordüre, wie sie bei den Osmanen so beliebt waren. Eine weitere grüne Blütenform ist zu sehen, die jeweils mit einer feinen roten Konturlinie umzogen ist. Spielerisch hat die Weberin Nebenmotive auf den sonnengelben Untergrund gestreut; nur am oberen Ende hat sie eine offenere Version gewählt.
Das klassisch rote Feld unseres Teppichs ist durch ein Detail wohl einzigartig: Die zweite untere seitliche Einkerbung lässt es wie eine Rakete erscheinen, die durch Gebete direkt in das Paradies aufsteigen soll. Im weißen Feld darüber sind Blütenmotive zu finden, wie wir sie von den sogenannten Siebenbürgern kennen. Auch die weiße Außenbordüre ist typisch, wohingegen eine der inneren Nebenbordüren selten ist. Wir finden sie allerdings zweifach in "Through the Collector's Eye", Rhode Island, 1991, Nr. 8.
Die drei Darstellungen im Feld sind wahlweise als Zypressen oder Boteh interpretiert worden. Der Sammler Roland Weise nennt sie in seinem Text zu seiner Sammlung recht einleuchtend Steppenkerzen. Die grüne Steppenkerze links unten scheint sich so dem Wind zu beugen, dass sie die Reihe der kleinen gelben Blüten unterbricht.
Die guten Farben, die harmonische Zeichnung und der gute Zustand machen diesen Teppich zu "the one to have".
Schätzpreis: € 10000 - 15000