80 x 58 cm
Türkei, um 1800 oder früher
Zustand: dem Alter entsprechend gut, vereinzelt professionelle Restaurierungen, Gebrauchsspuren an Seiten und Enden
Publiziert: "Sammlung Weise - Botschafter aus dem Orient", Roland Weise, 2019, Seite 10
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Rückenkissen werden in der Türkei als Yastik bezeichnet. Es gibt sie sowohl geknüpft in Wolle als auch aus goldbroschiertem Seidensamt. Beide Varianten zeigen die "Ladik"-artigen Abschlüsse außerhalb des Bordürenrahmens. Es gibt Muster, die bei beiden Varianten sehr ähnlich sind, und andere, bei denen der Zusammenhang nicht so leicht zu erkennen ist.
Unser Kissen wurde in Hali 3/3, Seite 237, bei der Besprechung der Böhmer/Brüggemann-Ausstellung veröffentlicht. Auf Seite 239 hielt Herwig Bartels eine Beeinflussung des Musters des Yastiks durch anatolische Kelims für möglich. Wenn man allerdings an die Vorliebe der Osmanen für Tulpen und Nelken denkt, kann man sich natürlich vorstellen, dass die waagerechten Blüten Tulpen und die senkrechten Nelken darstellen.
Brian Morehouse betrachtete die Preisentwicklung von Yastiks in Hali 217, Seiten 106 - 113, und zeigte auch ein dem unseren sehr vergleichbares Stück. Er verglich die senkrechten Blüten mit Schnittblumen in den Bordüren türkischer Teppiche des 16. und 17. Jahrhunderts.
In diesem Zusammenhang muss ein Fragment eines Teppichs mit diesem Feldmuster auf rotem Grund erwähnt werden; siehe Rippon Boswell, 20. Mai 2000. Die Grundfarbe dieses Teppichs entspricht der Grundfarbe der Mehrzahl anderer Yastiks mit dieser Zeichnung. Weitere weißgrundige Exemplare finden sich in Hali 176, Seite 108, sowie bei Rippon Boswell, 20. November 2004, Los 128, besprochen in Hali 116, Seite 117. Für ein vergleichbares samtenes Yastik mit Nelken und Tulpen siehe Hülya Bilgi, "Çatma & Kemha", Istanbul 2007, Nummer 42.
Schätzpreis: € 6000 - 8000