Masterpieces IV Es gibt 45 Lots.

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  • Startpreis / Startingbid

    10 000 €

    Lot: 21

    161 x 112 cm
    Kaukasus, um 1800 oder früher
    Zustand: dem Alter entsprechend, Flor niedrig, rundherum unvollständig, mehrere professionelle Restaurierungen
    Publiziert: "Sammlung Weise - Botschafter aus dem Orient", Roland Weise, 2019, Seite 31
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Ein besonders schöner und urtümlich wirkender Kazak mit ungewöhnlicher Feldmusterung. Das untere Oktogon ist zwar von einer kleinen, exklusiven Gruppe von Teppichen bekannt, allerdings handelt es sich bei diesen ausnahmslos um Gebetsteppiche. In dieser kleinen Gruppe sind alle, wohl nur sechs Stücke, datiert, mit Daten zwischen 1780 und 1830. Sie lassen sich zwar generell im Kaukasus verorten, passen aber insbesondere wegen ihrer Struktur mit Baumwollketten und seidenen Schüssen nirgendwo eindeutig hinein. Selbst die Kaukasus-Zuschreibung wurde schon infrage gestellt; siehe John Thompson, "Carpets from the Tents, Cottages and Workshops of Asia", Seite 42, wo ein solches Stück abgebildet ist.
    Detlef Maltzahn wies schon 1989 bei der Veröffentlichung von Los 115 in Katalog 30 auf einen anatolischen Zusammenhang hin. Man kann durchaus an Holbein-Teppiche denken. Beim Vergleich mit unserem Stück fällt auf, dass die Knüpferin die vier Blätter zwischen den blauen Rauten weggelassen und nur die Blüten in den Ecken übernommen hat. Im oberen Medaillon hat sie ein kleineres Motiv aus dem Giebel der Gebetsteppiche herausgegriffen und ihm größere Bedeutung beigemessen.
    Um dieses herum hat sie in farblich harmonischem Gelb die seltenen weißen Nebenbordüren aufgenommen. Die wuchtige S-Bordüre bildet einen wunderbaren Kontrast zu den filigranen Nebenstreifen. Die vielfältigen kleinen Motive im Feld zeigen neben vier Tieren in der oberen Hälfte ganz unten rechts und links Kämme, wie sie die Knüpferin zum Herunterschlagen der Schüsse benutzte und die auch eine Amulettfunktion haben.
    Es handelt sich wohl um den einzigen bekannten Kazak mit dieser Musterung und großartigen Farben, der vermutlich zeitgleich mit den datierten Stücken entstanden sein dürfte.

    Schätzpreis: € 16000 - 22000
    10 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    10 000 €

    Lot: 22

    125 x 94 cm
    Kaukasus, datiert 1206 (1791)
    Zustand: dem Alter entsprechend gut, Flor niedrig, mehrere professionelle Restaurierungen
    Publiziert: "Sammlung Weise - Botschafter aus dem Orient", Roland Weise, 2019, Seite 30
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Der Sammler Roland Weise verglich diesen wunderbaren kleinen Teppich in seinem Buch "Botschafter aus dem Orient", 2019, auf Seite 30 mit dem anderen hier besprochenen Stück und dessen Verwandten. Das wirkt auf den ersten Blick etwas gewagt, erschließt sich aber, wenn wir ein Zwischenstück vergleichen, das in Ralph Kaffels "Caucasian Prayer Rugs" als Nummer 24 abgebildet ist.
    Zunächst sind da die Dreiecksformen um das stets weiße Medaillon, insbesondere aber auch die darunterliegende Kartusche, die genauso in der kleinen Gruppe mit Seiden- und Baumwollgrundgewebe zu sehen ist. Kaffel weist in diesem Zusammenhang auf ein Stück hin, das als Nummer 14 in "Through the Collector's Eye", dem Katalog zur ersten ACOR 1991, publiziert ist. Es zeigt dieselben Haupt- und Nebenbordüren, das Medaillon, die grünen Quadrate darüber sowie vergleichbare Nebenmotive im und über dem Zwickel und selbst die ins Feld hineinragenden Dreieckswürfel.
    Das Medaillon ist allerdings recht ungeschlacht, und die Knüpferin hat den Versuch, es korrekt zu zeichnen, schnell aufgegeben. Auch dieses Exemplar ist, wie die ganze Gruppe, zwischen 1785 bis 1827 datiert.
    Wenn wir bei den Teppichen mit Seiden- und Baumwollgrundgewebe das Medaillon als an Holbein-Teppiche angelehnt verstehen, fällt zudem auf, dass sowohl im ACOR-Stück als auch im Weise-Teppich die Kotschanak-Bordüre verwendet wurde, wie sie auch bei Holbein-Exemplaren des 15. und 16. Jahrhunderts zu sehen ist.

    Schätzpreis: € 16000 - 22000
    10 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    3 000 €

    Lot: 23

    150 x 107 cm
    Kaukasus, Mitte 19. Jhdt.
    Zustand: gebraucht, Flor stellenweise niedrig, beide Enden unvollständig, mehrere alte Reparaturen und Aufknüpfungen, Seitenränder neu umwickelt
    Publiziert: "Teppiche aus dem Kaukasus", Ulrich Schürmann, 1965, S. 198
    Kette: Wolle, Schuss: Baumwolle, Flor: Wolle

    Dieser kleine, elegante Teppich wurde schon 1965 in Ulrich Schürmanns Kaukasen-"Bibel" gezeigt. Auf Seite 198 in "Teppiche aus dem Kaukasus" bezeichnet Schürmann, der Doyen des Teppichhandels im damaligen Deutschland, das Stück als Nord-Schirwan oder Kuba und datiert es ans Ende des 18. Jahrhunderts. Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert später und mit entsprechendem Wissenszuwachs kann man mit größerer Sicherheit von Schirwan sprechen und den Teppich ins 19. Jahrhundert datieren.
    Etwas, was sich nicht verändert hat, ist seine Einzigartigkeit. Es gibt kein direkt vergleichbares Exemplar. Die Rauten in wunderbaren Farben auf tiefblauem Grund suchen ihresgleichen, wenngleich die Bordüren bekannt sind. Die heute eher Chalyx genannte Weinglas-/Blatt-Bordüre wird von dicht gezeichneten Nebenbordüren umgeben, die Schürmann als Barbierstangenmuster bezeichnete. Die hakenbesetzten Dreiecke, die in das Feld hineinragen, sind wohl von Botehs inspiriert; solche können wir auf Sarab- und Hamadan-Teppichen sehen, wo sie ebenfalls von der Seite hereinragen. Man möchte das Stück vielleicht mit einem bei Gans-Ruedin, "Kaukasische Teppiche", auf Seite 197 abgebildeten Schirwan in Verbindung bringen, doch ist die Verwandtschaft nur entfernt.
    Allerdings kommen wir der Sache bei Maria Cohen, "Shirwan", Umberto Allemandi & C., 1995, auf Seite 15 schon näher. Der Teppich wirkt weniger elegant, aber auf nicht unattraktive Weise flirrender. Die Rauten haben anstelle von Punkten in den Vierteln nochmals Rauten und zeigen dieselbe gestrichelte Umrandung. Anstelle des nachtblauen Grunds sind die Rauten auf einem beige-braunen Grund gezeigt.
    Schürmann schloss seine Beschreibung des Teppichs mit den Worten: "Der Teppich besticht wegen der Vielfalt und Schönheit der verwendeten Farben, die in ungewöhnlich gebrochenen Tönen dem kleinen Stück seine Eigenart aufprägen."

    Schätzpreis: € 4000 - 6000
    3 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    6 000 €

    Lot: 24

    72 x 63 cm
    Kaukasus, 17. Jhdt.
    Zustand: Fragment, auf Stoff aufgenäht
    Publiziert: "Sammlung Weise - Botschafter aus dem Orient", Roland Weise, 2019, Seite 26
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Die Gruppe der sogenannten "Golden Triangle"-Teppiche ist eine der spannendsten überhaupt, da sie so viele ungewöhnliche Stücke umfasst. Dies hat zum einen mit dem Einfluss so unterschiedlicher Regionen wie Persien, dem Kaukasus und dem östlichen Anatolien zu tun, zum anderen mit der individuellen künstlerischen Gestaltung der bisher nicht exakt identifizierten Volksgruppen.
    In diesem Fragment verbinden sich wunderbare Farben mit einer komplexen Zeichnung des Feldes zu einem Kleinkunstwerk. Die Oktogon- und Sternbordüre ist dem Safawidischen entlehnt, zeigt aber eine ganz eigene Farbigkeit und Ausgestaltung. Das Feld hingegen bezieht sich auf aserbaidschanische Stickereien. Die Muster einiger dieser Stickereien wiederum gehen auf Fliesenmuster in der persischen Kunst zurück.
    Vergleiche hierzu auch "Stars of the Caucasus", Seiten 179, 187 und 191: Die dort abgebildeten Stickereien zeigen ebenfalls, fliesenartig angeordnet, Oktogone mit Sternen, die mit Kartuschen verbunden sind. Im Gegensatz zu den genannten Seidenstickarbeiten ist unser Teppich in völlig anderen, frühen kaukasischen Farben gezeichnet und deutlich abstrakter als die Stickereien.
    Viele dieser Fragmente wurden in den 1980er- und 1990er-Jahren in Tibet entdeckt, und das vorliegende Stück stellte dort in Zweitverwendung einst die Hälfte einer Satteldecke dar.

    Schätzpreis: € 10000 - 15000
    6 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    7 000 €

    Lot: 25

    189 x 135 cm
    Kaukasus, um 1800 oder früher
    Zustand: Fragment, großteils guter Flor, vereinzelt kleine Reparaturen, obere Bordüre von anderem Teppich, untere Bordüre restauriert
    Publiziert: "Sammlung Weise - Botschafter aus dem Orient", Roland Weise, 2019, Seite 33
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Für HALI 214 schrieb Alberto Levi einen grundlegenden Artikel, in dem er seine Passion für Teppiche aus dem Länderdreieck Türkei, Persien und Kaukasus beschrieb. In dem Aufsatz mit dem Titel "The Golden Triangle Syndrome" ist auf Seite 111 auch dieses Stück publiziert. Daneben ist als Nummer 25 ein Teppich mit ähnlichem Muster abgebildet.
    Er schreibt dazu: "Während die meisten TGT-Stücke offenbar einer frühen kaukasischen Entwicklung folgen, gibt es einige, die sowohl in kaukasischer als auch in anatolischer Version vorkommen und damit das Wesen des Goldenen Dreiecks veranschaulichen."
    Das Muster lässt sich bis nach Persien zurückverfolgen. Allerdings ist es ungemein spannend, dass es eine ähnliche künstlerische Interpretation aus zwei verschiedenen Gegenden gibt. Kennzeichnend für diese beiden Stücke - sowie für ein weiteres, aus dem Berliner Museum stammendes und als Nummer 24 abgebildetes Exemplar - sind quergestellte Palmetten, in unserem Teppich hauptsächlich gelb, in denen jeweils eine Dreiecksform steht.
    In unserer letzten Masterpieces-Auktion III hatten wir als Los 28 ein Fragment, das diese Palmette in natürlicherer Zeichnung sowie die aufstrebende Palmette in einem System zeigt. Ein bei McMullan, "Islamic Carpets", Nummer 27, abgebildeter Teppich zeigt ein vollständig erhaltenes Exemplar mit naturalistischer Darstellung. Siehe auch unsere Auktion XXXIX, Los 166, ebenfalls publiziert in HALI 222, Seite 150, sowie Masterpieces III, Los 32.

    Schätzpreis: € 12000 - 18000
    7 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    6 000 €

    Lot: 26

    370 x 185 cm
    Kaukasus, Ende 19. Jhdt.
    Zustand: sehr gut, voller Flor, Dunkelbraun korrodiert, vereinzelt kleine Reparaturen
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Lambalo-Kazaks sind recht selten, und so ist es eine wahre Freude, einem so farbenprächtigen und wohlerhaltenen Stück gegenüberzutreten. Lambalos haben oft ein rotes Feld, das von einem mehrfachen Bordürensystem umgeben ist. Siehe dazu Azadi/Kerimov/Zollinger, "Aserbaidschanisch-kaukasische Teppiche", Nummern 162 - 165.
    Zwei dieser Teppiche zeigen diese Blütenmedaillons in einer großen Raute, die nur oben und unten Dreiecke des Grundes freilässt. Ein weiteres Exemplar findet sich bei Gans-Ruedin, "Caucasian Carpets", Seite 107. Keines dieser Stücke zeigt allerdings die weißen Sterne; auch ist keines annähernd so schön.
    In der Auktionsbesprechung eines Teppichs, der wohl aus derselben Werkstatt stammt wie der unsere, machte HALI in Ausgabe 74 auf Seite 140 eine interessante Beobachtung. Dort wurde das Muster des Feldes als abstrahiertes Mina-Khani-Design bezeichnet. Es sei ein sehr dramatisches Exemplar, dessen Wirkung durch die ungewöhnlichen weißen Ecken noch gesteigert werde.
    Dieser Teppich trug wohl ebenfalls eine, wenngleich besser lesbare, Datierung aus dem Hidschra-Jahr 1329, was 1911 n. Chr. entspricht. Im unteren Bereich des tiefblauen, exakt gezeichneten Feldes erkennt man, dass die Weberin zunächst versucht hatte, die Blüten mit gezackten Linien zu verbinden, davon dann aber glücklicherweise wieder Abstand nahm. Weiter oben hat sie bewusst eine aubergineschwarze Blüte als Blickfang gesetzt. In den grünen Blüten entdecken wir einen wunderbaren Abrash.
    Vielfältige schmale Bordüren sind ein Merkmal von Lambalo-Kazaks; die Blütenwellenranke, meist auf weißem Grund und hier auch auf Gelb, ist allerdings ein Muss. Ein warmer, freundlicher und seltener Teppich, der eine frühsommerliche Freude aufkommen lässt.

    Schätzpreis: € 10000 - 15000
    6 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    40 000 €

    Lot: 27

    130 x 57 cm
    Turkmenistan, Mitte 18. Jhdt. oder früher
    Zustand: dem Alter entsprechend sehr gut, voller Flor, minimale kleine Reparaturen, violette Seide korrodiert, leichte Gebrauchsspuren
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle und Seide

    Diese einzigartige Knüpfarbeit zeigt in vollendeter Weise, warum die Saloren die "Elite" unter den Turkmenen sind.
    Die gekonnte Gestaltung eines Mosaiks aus mit Haken verzierten Rauten und Memling-Güls macht dieses Stück besonders reizvoll. Eine elegante Komposition, wie man sie nur unter den allerbesten turkmenischen Arbeiten antrifft.
    Neben den klassischen Salor-Haupt- und Nebenbordüren bildet der untere Abschluss dieser Behänge immer ein Elem mit Chamtos-Musterung, die schon auf frühislamischen Holzarbeiten auftaucht; siehe Metropolitan Museum of Art,
    Inv.-Nr. 1937.103.
    Es sind weniger als zwölf Salor-Stücke mit Memling-Gül bekannt, von denen die meisten nur zwei horizontale Reihen zeigen. Ein weiteres dreireihiges Exemplar aus der Munkacsi-Sammlung ist in Jürg Rageths Turkmenische Teppiche als Nummer 8 publiziert. Dieses hat allerdings nur vier vertikale Reihen. In unserem Behang sind in einzigartiger Weise und sehr eindrucksvoll drei mal sechs Reihen gezeigt, die einen unendlichen Rapport andeuten.
    Die hinreißenden Farben werden durch großzügig eingesetzte, glühende Seide noch zusätzlich unterstrichen, wohingegen das feingliedrige Bordürensystem das Feld gekonnt konterkariert. Eine einzigartige Meisterleistung turkmenischer Knüpfkunst.

    Schätzpreis: € 70000 - 90000
    40 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    5 000 €

    Lot: 28

    119 x 71 cm
    Turkmenistan, erste Hälfte 19. Jhdt.
    Zustand: gut, Flor niedrig aber nicht abgetreten, unteres Ende unvollständig, minimale kleine Reparaturen
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Rotgrundige Asmalyks der Turkmenen sind extrem selten und unter Sammlern hoch begehrt. Nur wenige Exemplare sind publiziert. Diese Behänge für das Brautkamel wurden als Paare gefertigt, durch den Handel und ihren Gebrauch im Westen jedoch meist getrennt.
    In diesem Zusammenhang ist es ausgesprochen interessant, den vorliegenden Asmalyk mit dem Exemplar zu vergleichen, das wir am 28. September 2019 als Los 137 verkaufen konnten. In den meisten Asmalyks sind die Blätter einfarbig oder, seltener, mit kleinen farbigen Rauten gezeichnet. Siehe zu diesem Stück auch Hali 202, Seite 137.
    Ein relativ später rotgrundiger Behang ist in dem klassischen Standardwerk von Mackie/Thompson, "Turkmen", als
    Nummer 76 abgebildet. Das Auktionshaus Rippon Boswell versteigerte am 26. November 2011 als Los 225 ein Exemplar, das zuvor bei Bausback 1980 auf Seite 136 unten abgebildet war. Eberhart Herrmann zeigte in "SOT IV" auf Seite 185 sogar ein Paar dieser raren Gruppe. Ein letztes Stück aus der Sienknecht-Sammlung, bei dem auch die Bordüre rot gezeichnet ist, kann in Hali 200 auf Seite 185 gesehen werden.

    Schätzpreis: € 10000 - 15000
    5 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    10 000 €

    Lot: 29

    285 x 250 cm
    Turkmenistan, 17./18. Jhdt.
    Zustand: dem Alter entsprechend, Flor stellenweise niedrig, rundherum geringfügig unvollständig, Fehlstellen und kleine Löcher mit Stoff unterlegt, vereinzelt kleine Reparaturen, Gebrauchsspuren
    Provenienz: ex Hans-Christian Sienknecht Sammlung
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Wenn man an diesen Teppich herantritt, beeindruckt die hervorragende Qualität des Stücks, und die Fehlstellen treten demgegenüber zurück. Einem hochkarätigen Sammler wie Hans-Christian Sienknecht war auch nicht daran gelegen, etwaige Restaurierungsversuche zu unternehmen, sondern dieses bedeutende Exemplar lediglich zu sichern.
    Fünf mal neun mächtige Temirjin-Güls überziehen das Feld. Der Name ist wohl auf Timur, Tamerlan, zurückzuführen.
    Jürg Rageth schreibt dazu in seinem Buch "Turkmenische Teppiche. Ein neuer Ansatz" auf Seite 592: "Das Temirjin-Gül wäre damit ein weiteres Muster, welches aus dieser Zeit stammt und von den Turkmenen aus dem Repertoire timuridischer Teppichmuster übernommen oder zumindest davon inspiriert wurde." Er datiert das auf Seite 109 abgebildete Stück ins
    17. oder 18. Jahrhundert.
    Das warme Braunrot des Feldes harmoniert wunderbar mit dem Aprikosenton in den Güls. Unter den nicht allzu häufigen Teppichen dieser Art tragen die meisten - etwas mehr als ein Dutzend - vier Reihen des Temirjin-Güls, und nur drei weitere Stücke mit fünf Reihen sind bekannt: Rippon Boswell 66, 2005, Los 62; Herrmann ATT 4, 1992, Nr. 94; Christie's London,
    19. Oktober 1995, Los 461.
    Ein nicht nur sehr seltener, sondern auch wichtiger und früher Teppich mit überragender Ausstrahlung.

    Schätzpreis: € 20000 - 30000
    10 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    4 000 €

    Lot: 30

    288 x 210 cm
    Turkmenistan, um 1800 oder früher
    Zustand: dem Alter entsprechend sehr gut, Flor stellenweise niedrig, vereinzelt kleine Reparaturen
    Provenienz: ex Hans-Christian Sienknecht Sammlung
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Tekke-Hauptteppiche sind die Klassiker des turkmenischen Teppichs schlechthin. Im Englischen sprach man früher vom "Gentleman's Library Carpet". Allerdings gibt es diese in recht unterschiedlichen Qualitäten. Schon um 1900 beklagten sich Reisende nach Turkmenistan darüber, dass vor Ort keine guten Stücke mehr vorhanden seien.
    Unser farblich wunderbares Stück zeigt 4 × 10 wohlgerundete Tekke-Güls auf warmrotem Grund, die von Chemche-Güls umgeben sind. Die Hauptbordüre ist hingegen sehr ungewöhnlich. Oben und unten zeigt sie abstrahierte Blüten in Kästchen mit weißem Grund und in den anderen Kästchen das Chajkelbagi-Motiv. Siehe dazu auch das Zeltbandfragment in dieser Auktion. Links oben sind bemerkenswerterweise zwei davon dargestellt. An den Längsseiten lassen sie sich auch als sich überkreuzende Wellenranken verstehen.
    Allerdings deutet Jürg Rageth in seinem Opus magnum "Turkmenische Teppiche" auf den Seiten 809 - 820 das Motiv als uraltes, weit in vorislamische Zeit zurückreichendes Schutzsymbol. Moschkova schreibt, dass der Name des Motivs auf die Tekke zurückgeht und mit dem Schmuck der Frauen in Verbindung steht. Diese Bordüre kommt in einer kleinen Gruppe früher Tekke-Hauptteppiche vor, aber gelegentlich auch bei anderen Stücken, wie zum Beispiel bei einem Arabatchi-Teppich in Hali 191 auf Seite 121.
    Es braucht keine "Library", um diesen Klassiker zu schätzen, und die Bordüre liefert neben der Ästhetik des Teppichs auch noch intellektuelles Gedankenfutter.

    Schätzpreis: € 8000 - 12000
    4 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    8 000 €

    Lot: 31

    486 x 87 cm
    Persien, datiert 1258 ? (1841 ?)
    Zustand: sehr gut, vereinzelt niedriger Flor, unteres Ende geringfügig unvollständig, minimale kleine Reparaturen
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Auf den ersten Blick könnte man meinen, eine Bordüre eines großen Teppichs vor sich zu haben, doch dieser Läufer nutzt diesen Eindruck zu elegantem Effekt. Große, schön gezeichnete Palmetten werden von schwingenden Lanzettblättern umgeben, die dem Teppich eine für Läufer ungewöhnliche Dynamik verleihen. Zwischen den Blättern stehen Blütenrosetten auf dem warmen kamelhaarfarbenen Grund, die dezent ein zweites Rankensystem andeuten.
    Am oberen und unteren Ende des Feldes sind diese Rosetten angeschnitten in den Ecken gezeigt und schließen das Feld auf ähnliche Weise wie in einem Teppich anderer Dimension. Die warmen, harmonischen Farben werden effektvoll von zwei Paaren weißer Lanzettblätter unterstützt, die dem Stück eine klare Gliederung verleihen. Verschiedenste kleine Motive im Feld schmücken spielerisch den Grund. Durch die unterschiedliche Größe ähnlicher Motive erzeugen sie den Eindruck optischer Tiefe.
    In der dunkelblauen Bordüre sehen wir stark abstrahierte rote Blüten neben grünen Blättern. In der rechten oberen Ecke finden wir dort eine Datierung, die, etwas unleserlicher, am oberen Ende des Feldes zweifach dargestellt ist. Das leicht gebrochene Gelb der Nebenbordüren harmoniert in trefflicher Weise mit dem Kamelfond. Ein hellblauer Abrasch im inneren Begleitstreifen belebt das Bild.

    Schätzpreis: € 12000 - 16000
    8 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    5 000 €

    Lot: 32

    407 x 101 cm
    Persien, Ende 19. Jhdt.
    Zustand: sehr gut, guter Flor, Dunkelbraun teilweise korrodiert, minimale kleine Reparaturen
    Kette: Baumwolle, Schuss: Baumwolle, Flor: Wolle

    Die Knüpferin dieses Teppichs hat die Aufgabe "Knüpfe mir einen Läufer mit einem Allover-Muster, das nicht langweilig ist" mit Bravour gelöst. Auf seltenem weißem Grund hat sie Blütenbäumchen in Reih und Glied gezeichnet und diese in größtmöglicher Farbenvielfalt dargestellt. Eine gewisse Tiefe und Staffelung hat sie dadurch erzielt, dass sie jeweils drei oder vier Blütenbäumchen in einer Reihe geknüpft hat. Wie sie allerdings den freigebliebenen Raum rechts und links der Dreierreihe genutzt hat, ist einfach herrlich.
    Man stellt sich vor, wie sie an langen Winterabenden von einer Frühlingswiese geträumt hat. Beginnend mit einem Hund rechts unten und abschließend oben links mit einer Person mit erhobenen Händen hat sie die Blüten eingefasst. Im ersten Drittel und bis zur Mitte stellt sie uns ihre ganze Hühnerschar und etliche Vierbeiner vor. In der oberen Hälfte erscheinen weitere Personen, vielleicht ihre Familie: erst zwei kleinere, eine davon ein Tier führend, und dann vier Erwachsene. Drei davon scheinen große Wickelröcke zu tragen, und die Tracht rechts oben ist besonders eindrucksvoll.
    Trotz aller spielerischen Individualität ihrer Knüpfkunst ist sie sich der persischen Tradition bewusst, denn sie stellt die Blütenbäumchen so dar, wie sie schon von persischen Seiden des 17. Jahrhunderts bekannt sind. Die fast kreisrunde Blüte mit zwei kleineren, darunterliegenden Blättern ist klassisch; insbesondere aber der kleine Erdhügel, der ganz früher wie kleine Wolken gezeichnet wurde, ist sehr typisch.
    In der Bordüre hat sie eine offene, klare Wellenranke mit Blüten geknüpft, die in ihrem warmen Rot wunderbar mit dem Feld harmoniert. Dieser freudige Teppich würde jeden Flur erleuchten.

    Schätzpreis: € 8000 - 12000
    5 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    15 000 €

    Lot: 33

    317 x 208 cm
    Persien, um 1900
    Zustand: sehr gut, voller Flor, leichte Gebrauchsspuren an den Fransen
    Kette: Seide, Schuss: Seide, Flor: Seide und Metallbroschierung

    Dieser große Keschan Souf Teppich gehört zu den schönsten aller Keschan-Teppiche. Bei der Souf-Technik wird das Muster wie bei einem normalen Teppich hochflorig geknüpft. Der Grund ist jedoch flachgewebt, wodurch das Muster sowohl physisch als auch optisch besonders hervorsticht. Manchmal findet man zusätzliche Metallfäden im Schuss; nur sehr wenige Souf-Teppiche weisen dieses technische Merkmal auf.
    Er wirkt trotz - oder gerade wegen - seiner Farbenvielfalt harmonisch und elegant. Die präzise Knüpfung zeugt von größter Handwerkskunst und lässt, kombiniert mit edelsten Materialien, das Muster in dynamischer Weise lebendig werden.
    Im Zentrum steht ein Spiralrankenmedaillon von ungeheurer Komplexität, das in der Raute im Zentrum mit kostbaren Metallfäden versehen ist. Diese Technik ist von den sogenannten Polenteppichen der Safawiden Zeit bekannt und in diesem Stück wohltuend dezent eingesetzt.
    Nicht zurückhaltend ist man hingegen beim Einsatz glänzender Seide in freudigsten Farben, die sich vom lindgrünen Grund abhebt. Die Kartuschen- und Sternoktogon-Bordüre wurde ebenfalls von den Safawiden entwickelt und ist hier äußerst lebendig gezeichnet. In den Kartuschen haben sich kleine Vögel versteckt, die auf blühenden Zweigen sitzen.
    Die braungoldenen Ranken wirbeln um das Zentrum herum und sind mit überschwänglichen Palmetten, eleganten Blüten, klassischen Rosetten und versteckten Wolkenbändern geschmückt. Ein luxuriöser Teppich voller Freude.

    Schätzpreis: € 30000 - 40000
    15 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    15 000 €

    Lot: 34

    456 x 326 cm
    Persien, Anfang 20. Jhdt.
    Zustand: sehr gut, vereinzelt niedriger Flor aber nicht abgetreten
    Kette: Baumwolle, Schuss: Baumwolle, Flor: Wolle
    Es bedarf großer Kunstfertigkeit, ein solches Meisterwerk überhaupt erst zu entwerfen - von der exakten Ausführung der Knüpfung ganz zu schweigen. Selbst in Persien war dies nur den besten Werkstätten möglich.
    Ganz im Zentrum steht eine Sternblüte, von der aus sich der Teppich entwickelt. Diese ist von einem Wirbelwind aus Blütenranken umgeben. Eingefasst wird sie von einem blau gezeichneten Medaillon mit zwei dreiblättrigen Anhängern. Aus diesen Anhängern erwachsen Ästchen mit verschiedensten Blumen auf gedämpftem Lachsrot.
    Ein weißes Medaillon mit größeren Anhängern liegt diesem zugrunde, das wiederum blau eingefasst ist und auf einem weiteren Blütenmedaillon ruht. Hier nun gelangen wir zum eigentlichen Feld, aus dessen vier Ecken reich verzierte Vasen zum Zentrum hin streben. Die gesamte Komposition wird schließlich von einer erneut blauen inneren Bordürenlinie eingeschlossen.
    In dem dadurch entstandenen Feld halten gelb-grüne Blütensträuße, die von einem Strahlenkranz ausgehen, den Grund von allen vier Ecken her. Die Hauptbordüre greift den Farbton des inneren Medaillons in leicht kräftigerem Ton auf und wirkt mit ihren Begleitstreifen beruhigend auf das Feld ein.
    Das Wort "tour de force" wird oft zu Unrecht verwendet, findet hier aber eindeutig seine Bestätigung.

    Schätzpreis: € 30000 - 40000
    15 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    4 000 €

    Lot: 35

    275 x 29 cm
    Polen, Anfang 18. Jhdt.
    Zustand: gut, geringfügig in der Länge reduziert, einige kleine professionelle Restaurierungen vor allem entlang der Seiten und Enden
    Seide und Metallfäden auf Seide

    Schätzpreis: € 6000 - 8000
    4 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    3 000 €

    Lot: 36

    595 x 197 cm
    Persien, datiert 1288 (1870)
    Zustand: sehr gut, voller Flor, mehrere kleine Reparaturen
    Kette: Baumwolle, Schuss: Baumwolle, Flor: Wolle

    Schätzpreis: € 6000 - 8000
    3 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    3 000 €

    Lot: 37

    179 x 93 cm
    Tibet, Anfang 20. Jhdt.
    Zustand: sehr gut, guter Flor, Klebereste auf der Rückseite, minimale Gebrauchsspuren
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Schätzpreis: € 6000 - 8000
    3 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    5 000 €

    Lot: 38

    308 x 152 cm
    Ostturkestan, Anfang 19. Jhdt.
    Zustand: gut, vereinzelt niedriger Flor, mehrere kleine professionelle Restaurierungen, Gebrauchsspuren an den Seiten
    Publiziert: "Teppiche aus Ost-Turkestan", Hans Bidder, 1964, Tafel XVII
    Kette: Baumwolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Es ist schwierig, sich vorzustellen, was wir über ostturkestanische Teppiche wissen würden, wenn sich nicht ein junger Diplomat in Shanghai in den 20er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts für Teppiche interessiert hätte. Er hatte Zugang zu chinesischen Händlern und studierte die Teppiche, aber auch Filze, während der nächsten 20 Jahre, die er in China verbrachte. Hans Bidder (1897 - 1963) konnte sich erst nach seiner Pensionierung seinen Notizen widmen, und seine Frau brachte schließlich posthum das Buch heraus, das über Jahrzehnte die einzige Monographie über diese Gruppe von Teppichen darstellen sollte.
    Die außergewöhnliche Bordüre unseres Exemplars ließ uns sofort an diese Publikation denken, aber man muss das Buch auf den Kopf stellen, um sicher sein zu können, dass es sich tatsächlich um den oberen Teppich auf Tafel XVII handelt. Das Innenfeld ist von sogenannten Besch Güls, dem Fünf-Blüten-Motiv, bedeckt. Vier dieser Besch Güls verbinden sich mit einer Raute in versetzter Reihung zu der von Bidder als Herati-Anordnung bezeichneten Weise.
    Das Feld scheint auf einem weiteren Teppich zu liegen, der ein in Rauten eingeschriebenes Vier-Blüten-Motiv zeigt. Insbesondere in der rechten unteren Ecke ist die Illusion perfekt.
    Diese Bordürenlösung scheint unter den ostturkestanischen Teppichen einzigartig zu sein, wäre da nicht ein Teppich von Sandra Whitman, gezeigt in Hali 20th Anniversary, Seite 68. Auch die, wenngleich spärliche, Verwendung von Grün ist sehr ungewöhnlich. Ein wunderbarer Teppich mit erstklassiger Provenienz.

    Schätzpreis: € 8000 - 12000
    5 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    5 000 €

    Lot: 39

    284 x 107 cm
    Kaukasus, um 1800
    Zustand: dem Alter entsprechend, Dunkelbraun stark korrodiert, mehrere kleine Reparaturen, Seiten und Enden teilweise beschädigt
    Publiziert: "Sammlung Weise - Botschafter aus dem Orient", Roland Weise, 2019, Seite 34
    Kette: Wolle, Schuss: Baumwolle, Flor: Wolle

    Ein ungewöhnlicher Teppich in Farbigkeit und Muster. Gereihte oder versetzte Oktogone sind zunächst einmal nichts Seltenes, aber sie tragen im Inneren in aller Regel ein Memling-Gül oder, im Falle der Kelims, ein dem Memling verwandtes Motiv. Auch dass die Oktogone in Reihen stehen und nicht diagonal versetzt sind, ist nicht ungewöhnlich. Die Binnenzeichnung und der Kranz, der sie umgibt, hingegen sind sehr ungewöhnlich.
    Das geschulte Auge des Sammlers Roland Weise bemerkt sogleich, dass diese Zeichnung im Zentrum der Chelaberds, der sogenannten Adler- oder Sunburst-Kazaks, beheimatet ist. In diesen und in ihren Vorläufern lässt sie sich bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Siehe dazu den Zaleski-Blütenteppich in "Stars of the Caucasus", Seite 24. Im selben Buch finden sich auch eine Stickerei auf Seite 129, 17./18. Jahrhundert, sowie der McMullan-Teppich aus dem 18. Jahrhundert auf Seite 211.
    In HALI 98 wird ein Kazak von David Reuben vorgestellt, der solche Oktogone zeigt. Dieser sowie ein Gendje auf Seite 189 in Eder, "Kaukasische Teppiche", zeigen allerdings nur eine dünne, farblich unterbrochene Linie. Ein letztes, als südkaukasisch bezeichnetes Exemplar findet sich in "The Oriental Rug Collection of Jerome and Mary Straka", Nummer 120.
    Die Ausformung des Güls unseres Stücks scheint, soweit bekannt, einzigartig. Bei Schürmann, "Teppiche aus dem Kaukasus", ist auf Seite 175 ein Teppich mit Lenkoran-Muster aus dem Talish-Gebiet abgebildet, der wohl der Farbigkeit unseres Stücks nahekommt.

    Schätzpreis: € 8000 - 12000
    5 000 €
  • Startpreis / Startingbid

    5 000 €

    Lot: 40

    295 x 115 cm
    Kaukasus, Anfang 19. Jhdt.
    Zustand: dem Alter entsprechend sehr gut, großteils guter Flor, vereinzelt kleine Reparaturen, unteres Ende geringfügig unvollständig
    Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

    Dieser farbenfrohe Läufer gehört zu einer kleinen Gruppe von Teppichen, die sich eng an aserbaidschanische Stücke des
    17. und 18. Jahrhunderts anlehnen und diese neu interpretieren. Dabei kann es sich um Drachen-, Blüten- oder Harshang-Teppiche handeln. In dieser Auktion haben wir mit Nummer 42 einen Harshang-Teppich mit komplexer Motivik.
    Aus einem solchen Stück hat die Knüpferin dieses Teppichs einzelne Motive herausgegriffen und sie nach ihren eigenen Vorstellungen aufs Schönste neu arrangiert. Auf warmem, rotem Grund stellt sie uns die Palmetten, Rosetten und Blütenoktogone des Harshang-Designs vor und umspielt sie mit kleinen Motiven aus ihrem dörflich-ländlichen Alltag. Wir sehen Vögel, Vierbeiner, geometrische Formen, Amulette und kleine Motive, locker, aber doch symmetrisch über das Feld verstreut.
    Die Bordüre wiederum ist direkt, allerdings mit größerer Farbenvielfalt, von den klassischen Drachenteppichen übernommen. In einer unserer ersten Auktionen am 16. September 2014 konnten wir ein fast identisches Stück anbieten, das sich nur durch zwei Memling-Güls unterschied, die am oberen Ende hinzugefügt worden waren, um den Teppich etwas zu verlängern.
    Ein weiteres Stück ist in "Alte Teppiche aus dem Orient", 1980, Gewerbemuseum Basel, Seite 63 publiziert.
    Freundliche Vielfarbigkeit und die spielerische Kombination klassischer Motive machen den ungeheuren Reiz dieser Knüpfarbeit aus.

    Schätzpreis: € 8000 - 12000
    5 000 €
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