175 x 105 cm
Türkei, um 1800
Zustand: dem Alter entsprechend gut, Flor stellenweise niedrig, Violett und Dunkelbraun korrodiert, Seiten und Enden geringfügig unvollständig, mehrere kleine alte Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Viele sehr alte Ladik-Teppiche sind in Moscheen, insbesondere in Konya, gefunden worden. Ladik selbst liegt circa
35 km nordöstlich von Konya.
Es war eine fromme Tat, solche Stücke an Moscheen zu stiften, und es wird vermutet, dass insbesondere in Ladik Teppiche zu diesem Zweck geknüpft wurden. Meist haben sie ein rotes Feld, doch auch Beige kommt vor.
Im vorliegenden Exemplar sind im schönen nachtblauen Feld in den Zwickeln Blätter und Blüten zu finden, wie wir sie auch von Teppichen aus Transsylvanien kennen.
Von diesen kennen wir auch die Tulpenpaneele, die bei Ladiks allerdings durchaus auch unten dargestellt werden können. Klassischerweise ist die Hauptbordüre gelbgrundig und mit Nelken und Kreuzblüten gestaltet.
In Julia Baileys grundlegendem Artikel "Ladik Prayer Rugs" in Hali 28, Seiten 18 - 25, ist als erstes Stück ein Gebetsteppich gezeigt, der dem unseren sehr gleicht, allerdings mit dem Unterschied, dass der Giebel dreifach gezeichnet und der Zwickel grüngrundig ist. Ladiks haben mehr Farben als ihre Verwandten aus Siebenbürgen, und auch in unserem Stück finden wir Aubergine und lichtes Blau. Klassische antike Ladik-Gebetsteppiche stellten schon immer ein "Must-have" für einen gepflegten Sammlerhaushalt dar.
Schätzpreis: € 6000 - 9000