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Fragment eines frühantiken Wandbehanges

Neu

50 x 50 cm
Naher Osten, 4. - 6. Jhdt.
Zustand: Fragment, auf Rahmen montiert
Publiziert: "Sammlung Weise - Botschafter aus dem Orient", Roland Weise, 2019, Seite 25
Wolle auf Leinengewebe

Sehr alte Textilien haben sich vornehmlich in ariden Gebieten wie der Taklamakan-Wüste, dem peruanischen Küstenstreifen und in Ägypten erhalten. Es handelte sich in aller Regel um Grabbeigaben und daher oft um Kleidung. In Ägypten sind sie in der überwältigenden Mehrzahl flachgewebt und/oder bestickt. Seltener wurden florgewebte Wandbehänge beigegeben. Diese Behänge zeigen häufig Tänzer, Personen aus der griechisch-römischen Mythologie und biblische Figuren.
Aus der Mäanderbordüre oben könnte man schließen, dass unser Gewebe von einem Registerbehang stammt. Der berühmte Elias-Behang in der Abegg-Stiftung in der Schweiz zeigt eine ebensolche Bordüre, die verschiedene Bildstreifen unterteilt ("Textilien des Mittelmeerraumes", Nummer 7 und 10; letzterer auch in HALI 140, Seite 63).
Die anmutige Dorkasgazelle wendet sich der grün gekleideten Figur zu. Diese Gazellen werden in altägyptischen Darstellungen oft von weiblichen Gabenbringern an der Leine geführt gezeigt. In der pharaonischen Zeit wurden diese schönen Tiere mit Regeneration und Heilung in Verbindung gebracht. Ob sich solche Vorstellungen aus sehr viel früherer Zeit erhalten haben, ist natürlich spekulativ. Vielleicht steht sie einfach, wie in biblischen Vorstellungen, für weibliche Schönheit, Eleganz und Gewandtheit - etwas, was man sich im Jenseits durchaus wünscht.
Ein solch aufwendiger, wahrscheinlich recht großer Wandbehang wurde sicherlich einer wohlhabenden und bedeutenden Person beigegeben.

Schätzpreis: € 6000 - 8000


Startpreis / Startingbid

4 000 €