523/256/240 x 34 cm
Turkmenistan, um 1800 oder früher
Zustand: Fragmente, dem Alter entsprechend sehr gut, guter Flor, leichte Gebrauchsspuren an Seiten und Enden, minimale kleine Reparaturen, sehr guter Gesamtzustand
Provenienz: ex Hans-Christian Sienknecht Sammlung
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle und Seide mit Baumwoll-Highlights
Ein Prachtband. Es gibt wohl kaum ein anderes Zeltband, das mit derart juwelenartigen Farben und einer so großzügigen Verwendung von Seide aufwarten kann. Es ist notorisch schwierig, turkmenische Zeltbänder einer bestimmten Stammesgruppe zuzuordnen und dies mit harten Fakten zu belegen. Allerdings hat sich unter Sammlern ein gewisser Konsens herausgebildet.
Jürg Rageth schrieb in "Turkmenische Teppiche. Ein neuer Ansatz" auf Seite 463 über ein Salor-Band: "Die großzügige und vor allem auch systematische Verwendung von mit Lac gefärbter Wolle ist sehr ungewöhnlich und spricht für eine Zuordnung zu den Salor, der einzigen Gruppe unter den Turkmenen, die diesen Insektenfarbstoff systematisch und in größeren Mengen auf Wolle verwendet hat."
Auf den Seiten 583 bis 585 identifiziert er spezielle Mustermerkmale, die auch in dem vorliegenden Band zu finden sind und die er eindeutig Saryk-Bändern zuschreibt. Der überaus kenntnisreiche Sammler Hans-Christian Sienknecht bezeichnete das Band als Saryk und sprach von einem "Showpiece" (Hali 200, Seite 187).
Die drei Fragmente ergeben, zusammengelegt, fast die gesamte Länge des Zeltbands. Die Farben dieses außergewöhnlichen Bandes sind herausragend, und dass relativ viel vom weißen Grund sichtbar ist, unterstreicht die fröhliche Ausstrahlung dieser kostbaren Knüpfarbeit.
Schätzpreis: € 12000 - 16000