120 x 46 cm
Turkmenistan, Mitte 19. Jhdt. oder früher
Zustand: gut, voller Flor, beide Enden und linke Seite geringfügig unvollständig, minimale kleine Mottenschäden
Provenienz: ex Hans-Christian Sienknecht Sammlung
Kette: Wolle, Schuss: Wolle und Seide, Flor: Wolle
Das Aksu-Muster, türkisch "ak" für "weiß" oder "sauber" und "su" für "Wasser", ist in turkmenischen Erzeugnissen relativ selten, kommt allerdings bei den Göklan häufiger vor als bei den anderen Gruppen. Die Stücke zeigen in manchen Fällen eine Verbindung zu Salor-Arbeiten. Eine exakte Zuschreibung zu Adler I oder III hält Jürg Rageth in seinem Buch "Turkmenische Teppiche", Seite 238, für schwierig, da die Knüpfung weder zu der einen noch zu der anderen Gruppe genau passt. Auch in der Grundstruktur stellt er fest, dass die Seide für den Schuss, den man ja nicht sieht, hier mit preiswerterem Krapp anstelle der üblichen Insektenfarbstoffe gefärbt ist.
Eine ganz außergewöhnliche Beobachtung macht Jürg Rageth auf Seite 703, wo er feststellt, dass die mit Lack gefärbten Knoten jeweils aus 18 einzelnen Fäden bestehen. Er vermutet, dass das Garn für einen Wollstoff hergestellt wurde und nicht für einen Teppich. Er schreibt: "Es wurde von der Teppichknüpferin für die kleine Torba zusammengezwirnt, bis das Material vom Volumen her einem normalen, 2-fädigen Teppichknoten entsprach."
Diese Behänge wurden paarweise hergestellt, sind aber meistens im Verlauf der Zeit getrennt worden. Ein erhaltenes Paar dieser seltenen Stücke aus der Hoffmeister-Sammlung, allerdings in fragmentarischem Zustand, wurde bei Rippon Boswell in Auktion 108, Los 88, verkauft. Ein weiteres sehr vergleichbares Exemplar findet sich in Rautenstengel/Azadi, "Kultur der Turkmenen", Abb. 21a, sowie zwei weitere in Dodds/Eiland, "Oriental Rugs from Atlantic Collections", Abb. 213 und 214.
Schätzpreis: € 6000 - 8000