344 x 253 cm
Persien, Anfang 20. Jhdt.
Zustand: gut, Flor stellenweise niedrig in der unteren Bordüre, oberes Ende geringfügig unvollständig, Seitenränder teilweise restauriert und teilweise beschädigt
Kette: Baumwolle, Schuss: Baumwolle, Flor: Wolle
Cecil Edwards beschrieb die Stadt Kaschan in seinem grundlegenden Werk "The Persian Carpet" auf Seite 333 als eine der weniger attraktiven Städte Persiens, ungepflegt und baufällig. Im 16. und 17. Jahrhundert war die Stadt dreimal so groß wie im 19. Jahrhundert und berühmt für ihre Seiden-, Woll- und Baumwollprodukte. Ende des 19. Jahrhunderts bescherte die Renaissance des Orientteppichs den lokalen Knüpfern die Chance, an frühere Erfolge "anzuknüpfen". Heute zählen die eleganten Teppiche zu den begehrtesten Antiquitäten der Stadt.
Auf Seite 341 ist ein Teppich abgebildet, der, wie der unsere, im Zentrum ein spitzovales Kreuz zeigt. Mit seinen gezackten Umrandungen entfaltet dieses eine starke Dynamik über dem dunkelblauen Feld und bildet einen spannungsvollen Gegensatz zur streng gezeichneten Raute. Zwei kleine Anhängsel vervollständigen die klassische Anordnung. Sie liegt auf einem farblich zurückhaltenden Feld, das mit einer Vielzahl von Blüten, Ranken und Palmetten geschmückt ist.
Am unteren und oberen Rand des Feldes, neben den kleinen blauen Medaillons, ist auf sanften Hügeln eine Wiesenlandschaft dargestellt. Darüber befinden sich zwei große männliche Pfauen, deren Schnäbel sich in eine Blüte versenken. Ihre prächtigen Schwanzfedern spreizen sich weit in das Feld. Die Pfauen scheinen geradezu um die Blüte zu buhlen.
Die dunkelblaue Bordüre ist wunderbar schwungvoll gezeichnet. Durch ihre farbliche Verbindung mit dem Medaillon erzeugt sie ein reizvolles Spannungsfeld zum farblich subtilen Innenfeld.
Ein Klassiker voller Eleganz und Spannung.
Schätzpreis: € 20000 - 30000