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Saujbulag

Neu

208 x 140 cm
Persien, zweite Hälfte 19. Jhdt.
Zustand: sehr gut, voller Flor, Dunkelbraun korrodiert, oberes Kelimende teilweise restauriert, minimale kleine Reparaturen
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle

Ein beeindruckender Teppich, der uns einerseits vertraut erscheint, andererseits aber durchaus rätselhaft ist. Schildformen sind in versetzten Reihen fliesenartig zu einem unendlichen Rapport angeordnet. Nichts in der Farb- oder Formensprache wirkt unmittelbar ungewöhnlich. Sucht man jedoch gezielt nach einem vergleichbaren Stück, wird man nur schwer fündig.
Beim Hauptmotiv könnte man zunächst an einen speziellen Typ der Sevan-Kazaks denken; siehe Eder, "Kaukasische Teppiche", Nr. 13 und 15. Eine vergleichbare fliesenartige Anordnung finden wir bei Schürmann, "Teppiche aus dem Kaukasus", an einem Bordjalou, Nr. 10. Bei den Surahani-Shirvans wirkt das Hauptmotiv zwar auf den ersten Blick deutlich anders, ist in seinem Aufbau jedoch durchaus vergleichbar; siehe Eder, Nr. 272-275.
Kehren wir zu den Sevan-Teppichen zurück, bemerken wir, dass deren zentrale Quadrate einem Typ von Shahsavan-Taschen ähneln. Das wiederum lässt an den beliebten Pfeilkreuz-Typus denken, beispielsweise Wertime, "Sumak Bags", Nr. 74 und 125. Lässt man dort gedanklich die seitlichen Arme weg und beschneidet die Seiten, kommen wir unserem Motiv bereits etwas näher.
Das ist zugegebenermaßen recht vage. Es gibt jedoch einen Teppich, der das Motiv tatsächlich fast genauso zeigt wie unser Stück: In "Oriental Rugs from Atlantic Collections", Nr. 97, erscheint es in vertikaler Reihung; der Teppich wird dort den Shahsavan zugeschrieben.
Die Farben unseres Teppichs sind wunderbar, und das Feld wird von einer schönen klassischen "Weinglas"-Bordüre eingefasst. Besonders charmant ist die Nebenbordüre mit reziproken Zinnen und ihrem wechselnden Rhythmus; am oberen Ende findet sich zudem ein kleiner Farbwechsel.
Darüber hinaus ist der Teppich sehr sorgfältig geknüpft. Besonders schön ist der Einsatz mehrfacher Konturlinien, durch die die einzelnen Motive zusätzliche Tiefe und Klarheit gewinnen. Trotz der insgesamt so akkuraten Anlage des Designs hat sich die Knüpferin unten rechts eine kleine persönliche Freiheit erlaubt und - fast wie eine Signatur - ein kleines Kammmotiv eingefügt.

Schätzpreis: € 6000 - 9000


Startpreis / Startingbid

4 000 €

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