576 x 174 cm
Kaukasus, um 1800
Zustand: dem Alter entsprechend gut, Flor stellenweise niedrig, Dunkelbraun korrodiert, vereinzelt kleine Reparaturen, beide Enden geringfügig unvollständig
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Die beeindruckende Gruppe großformatiger Teppiche mit Harshang-Muster wurde in einem Gebiet gefertigt, das sich vom nordwestlichen Persien bis in den südlichen Kaukasus erstreckte. Das Muster selbst ist mit den Vasenteppichen aus Kirman verwandt. Einen exzellenten Vergleich bietet ein Fragment aus dem 17. Jahrhundert, das am 19. April 2016 bei Christie's für 542.500 Pfund verkauft wurde.
In den Vasenteppichen sind die Blüten durch Spiralranken miteinander verbunden. In dem vorliegenden Harshang-Teppich wie auch in dem berühmtesten Stück dieser Gruppe im Metropolitan Museum of Art, publiziert bei McMullan, "Islamic Carpets", Nr. 27, lassen sich noch Spuren davon erkennen. Das Harshang-Design besteht aus sich gegenüberstehenden Palmetten und Blüten in einer Vierpass-Anordnung, dazwischen stehen Kartuschen, die mit Gabelblättern besetzt sind. Das Ganze ist als unendlicher Rapport angelegt, und im Feld finden sich kleinere Motive, deren Spuren man in späteren Teppichen des Kaukasus wiederfinden kann.
Charakteristischerweise hat die Weberin an beiden Seiten des Feldes kleine Tierchen eingefügt. Die Nebenbordüren sind bereits von Drachenteppichen bekannt, wohingegen die Hauptbordüre mit ihren doppelt gerichteten Blättern ziemlich singulär zu sein scheint. In ?erare Yetkin, "Early Caucasian Carpets in Turkey", Volume I, ist auf Tafel 40 ein Teppich abgebildet, der dieses Prinzip verdeutlicht. Am 16. September 2014 konnten wir einen Harshang-Teppich aus der Marshall-Sammlung für € 40.260 verkaufen.
Schätzpreis: € 8000 - 12000