520 x 270 cm
Kaukasus, Anfang 19. Jhdt. aber datiert 1130 (1717)
Zustand: dem Alter entsprechend, Flor stellenweise niedrig, untere Bordüre restauriert, oberes Ende geringfügig restauriert, mehrere alte Reparaturen und Aufknüpfungen
Provenienz: Schweizer Privatsammlung
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
In eindrucksvoller Größe präsentiert sich dieser dekorative Teppich, auf dem sich dominant ein weißes Medaillon auf dunkelblauem Grund zeigt. Das Medaillon ist in dieser Form von Teppichen aus dem Karabagh-Gebiet bekannt.
Im Feld ist ein Fliesengitter gezeichnet, in dem sich Sternblüten und verschiedene Palmetten abwechseln. In der unteren Hälfte hat die Knüpferin diese bunt gemischt, in der oberen hingegen eine diagonale Reihung bevorzugt.
In der zweiten Reihe von unten befindet sich ein Motiv, das sonst nicht mehr vorkommt. Vielleicht war es eine Art Trademark von ihr, oder es hat ihr einfach nicht mehr gefallen. Das Medaillon ist ein wenig nach rechts verrutscht, und die Knüpferin hat den Raum rechts und links davon mit kleinen Motiven bedeckt.
Zwischen den oktogonalen Fliesen bilden sich Rauten, die jeweils mit einem stark abstrahierten Blütenmotiv versehen sind. Eine schöne, ruhige grünblaue Bordüre umschließt das Feld in eleganter Weise. In das Medaillon ist eine Datierung eingefügt, die allerdings nicht das Entstehungsdatum des Teppichs markiert.
Einen höchst interessanten Vergleich bildet ein Kelleh aus dem Karabagh-Gebiet, der auf naturalistisch-florale Weise dasselbe Grundprinzip mit fast identischem Medaillon verfolgt, dieses aber völlig anders interpretiert. Sotheby's, 11. April 2024, Los 111.
Schätzpreis: € 8000 - 12000