285 x 155 cm
Turkmenistan, erste Hälfte 18. Jhdt.
Zustand: dem Alter entsprechend gut, in der Länge geringfügig reduziert, Flor niedrig, vereinzelt kleine Fehlstellen mit Stoff unterlegt, vereinzelt kleine Reparaturen
Publiziert: Jürg Rageth, "Turkmenische Teppiche - ein neuer Ansatz, Band 1" 2016, Tafel 93
Provenienz: ex Hans-Christian Sienknecht Sammlung
Kette: Wolle, Schuss: Wolle, Flor: Wolle
Bei der Veröffentlichung dieses Teppichs hob Jürg Rageth besonders die Dynamik der Bordüre mit eingerolltem Blatt und die ungewöhnlichen, einzigartigen Blumenmuster in den Elems hervor.
Es sei zudem darauf hingewiesen, dass die Struktur des Teppichs als gutes Beispiel für die speziellen Knüpfvarianten dienen kann, die für die dem Karadaschli-Stamm zugeschriebenen Hauptteppiche charakteristisch sind.
Diese bilden eine Untergruppe, die manchmal schwer von den Teppichen und anderen Knüpfarbeiten der größeren Yomud-Familie abzugrenzen ist: Sie weisen symmetrische Knoten mit Bereichen asymmetrisch rechts offener Knoten sowie Offset-Knüpfung auf.
Es ist bekannt, dass der Karadaschli-Stamm fast 600 Jahre lang in den Gebieten in und um die Akhal-Oase ansässig war.
Im 18./19. Jahrhundert infiltrierten die Tekke zunehmend diese Oase, und im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Abgrenzung zu anderen Yomud-Stämmen zunehmend schwieriger. Rageth ordnet den Teppich aufgrund der Farben, der einzigartigen Ornamentik und der historischen Bedeutung dieses Stammes dem 18. Jahrhundert zu.
Schätzpreis: € 6000 - 8000